Zitate der Zeitgeschichte


Wer sich seiner eigenen
Kindheit nicht mehr deutlich
erinnert, ist ein schlechter
Erzieher.

Marie von Ebner-Eschenbach

Die Stilkunde

Entstehung und Verflechtung von Kulturen
und Stilen Stile sind der Ausdruck einer Kulturepoche,
eingebunden in den zeitlichen Strom der Geschichte.

Sie beziehen sich daher stets auf das
Vorangegangene und sind ständig in
Veränderung begriffen, denn jeder
neue Stil ist nichts anderes als die
Umformung des Vorhandenen durch
neue Ideen und Kräfte. Daher sind
alle europäischen Kulturen und Stile
miteinander verknüpft.

Bis heute ist Kultur nicht ohne
ideologischen Überbau vorstellbar.
So prägte sich z.B. bei allen Kulturen
eine dem jeweiligen Volkscharakter
gemäße Religion aus, in deren Dienst
oft gewaltige Leistungen im Bereich
der Architektur, Bildhauerei und Malerei
vollbracht wurden.

Die von uns angegebenen Jahreszahlen
dienen zur ungefähren Orientierung, da
kein Stil übergangslos begann oder endete.



Nach oben

Renaissance

Die Renaissance (frz.: Wiedergeburt) ist die
europäische Bewegung der Wiederbelebung
antiker Kunst und Gedanken. Die Renaissance
ist die große gemeineuropäische Kulturepoche,
die die Wende vom Mittelalter zur Neuzeit umfasst.

Sie überwindet das mittelalterliche Welt-
und Menschenbild und die überkommene
Staats- und Gesellschaftsordnung.

An die Stelle des Autoritätsglaubens tritt
der Geist kritischer Forschung; der Mensch
wird zum Maß aller Dinge.

Die Renaissance erwächst aus der Sehnsucht
des Menschen nach geistiger und
religiöser Erneuerung.


Nach oben

Barock

Unter Barock versteht sich die Stilepoche der
europäischen Kunst von etwa 1600 bis 1760/70.

Das Barock umfaßt alle Gattungen der Kunst
und des Kunsthandwerks. Diese im Vergleich
zu anderen recht lange währende Stilepoche
gliedert sich in drei Phasen auf:

Das Frühbarock ( ca. 1600 – 1650 )
kennzeichnet sich durch seinen Knorpelstilismus,
bei dem das Werk als sein typisches
Merkmal hervortritt.

Im Hochbarock ( ca. 1650 – 1735 )
sind die Akanthus- und Bandelwerk- Ornamente
als Stilmerkmale zu finden.

Das Spätbarock auch als Rokoko bezeichnet,
zeichnet sich durch seine Muschel- Ornamente
und Muschelformen aus. Der Rocaille (Muschel)
verdankt das Rokoko seinen Namen.


Nach oben

Klassizismus

Klassizismus - die Zeitepoche
von Louis XVI (1770 - Frühklassizismus)
bis zum Biedermeier 1845.

Stilreinste Ausprägung von 1820 - 1830
vorwiegend im deutschsprachigen Raum.


Nach oben

Louis XVI

Das Louis XVI wurde nach
dem französischen König Ludwig XVI
benannt.

Besonders in den Jahrzehnten 1770 – 1790
kommt dieser früh- klassizistische Stil
in fast ganz Europa zur Geltung.

Das Louis XVI löst mit seinen ruhigen,
linearen Formen das verspielte, sehr
bewegt wirkende Rokoko ab und besticht
durch seine schlichte Eleganz mit deutlicher
Unterscheidung der Gliederungsteile,
sowie dem strengen Aufbau.


Nach oben

Empire

Das Empire ( etwa 1795 – 1815)
entstand zur Zeit Napoleons I. und ist
die Bezeichnung der zweiten Stilphase
des Klassizismus.

Das Empire gilt als der Repräsentationsstil
Napoleons. Der Machtanspruch des
französischen Kaisers und die Bedeutung
Napoleons schlugen sich in diesem Stil nieder
und deshalb geht die Namenswahl dieser
Stilepoche auf weite Teile Europas über.

Der Empirestil besticht durch seine strenge
und meist geradlinige Grundform mit auffälligen
plastischen und vollplastischen Dekoren.

Der Zierrat und die Ausschmückung sind der
ägyptischen, römischen und griechischen Antike
entnommen. Schwäne, Löwen, Adler, usw. werden
ergänzt durch Pilaster, Säulen, Kapitelle u. a. .



Nach oben

Biedermeier

Als Biedermeier wird die letzte
Phase des Klassizismus bezeichnet.

Seine Stilreinste Ausprägung erfährt
das Biedermeier zwischen 1820 und 1830
und geht bis ca. 1850 in das
Spätbiedermeier über.

Das Biedermeier erfährt seine
Verbreitung vorwiegend im
deutschsprachigen Raum.

Entgegen vorheriger Stilrichtungen
ist das Biedermeier eher ein antihöfischer
Stil, welcher eher durch Schlichtheit und
Einfachheit in Form und Gestaltung besticht.


Nach oben

Historismus

Historismus - der Zeitraum zwischen
1845 (Louis-Philippe) und 1914 (Gründerzeit)



Nach oben

Louis-Philippe

Als Louis-Philippe bezeichnet man den
Zeitraum nach 1840 bis 1870.

Das Louis-Philippe, auch “zweites Rokoko”
genannt, verkörpert die erste Form des
Historismus, welche die Formen und den
Stil des Rokoko des 18. Jahrhunderts wieder
aufleben läßt.

Die technischen und industriellen Neuerungen
gaben dem aufstrebenden bürgerlichen
Mittelstand die Möglichkeit, sich dank
ökonomischer Herstellungsverfahren,
zu moderaten Preisen “höfisch” einzurichten.

Auch von der Aristokratie wird das Louis-Philippe
hoch geschätzt und gilt sogar als Repräsentationsstil.


Nach oben

Gründerzeit

Die Gründerzeit, im deutschen auch
als “Neorenaissance” bezeichnet, ist eine
späte Stilphase des Historismus von etwa
1871 bis 1914.

Nach der Gründung des deutschen
Kaiserreiches (1871) entsteht eine
auffällige Wohnkultur mit Tendenz zur
Repräsentation. Die für diese Epoche
typische Gesellschaftsauffassung
“Fülle = Wohlstand” ist auch im
Einrichtungsverhalten der mittleren
und unteren Gesellschaftsschichten
festzustellen.

Obwohl der Gründerzeitstil nach
1890 mit anderen Neostilen und dem
Jugendstil zu konkurrieren hat, bleibt
er bis 1914 der vorherrschende Wohnstil.


Nach oben

Jugendstil

Als Jugendstil bezeichnet man
eine Epoche, aufkommend um 1890
und andauernd bis in die 20er Jahre
des 20. Jahrhunderts.

Der Jugendstil beeinflußt die Architektur,
die bildende Kunst, das Kunstgewerbe
und die Möbelindustrie gleichermaßen.

“Art Noveau” ist die Bezeichnung
in Frankreich und Belgien, wo diese
neue Formgebung besonders intensiv
zum Vorschein kommt.

Der Jugendstil bricht mit der Kunst
des 19. Jahrhunderts und erfaßt mit
seiner Suche nach neuen künstlerischen
Ausdrucksformen weite Teile Europas und
Amerika.



Nach oben

 
 
Letzte Aktualisierung am 23.09.2011